Meine kleine Poetin oder Die Sache mit den Worten

Du tippst ihr auf die Schulter. Sie weiß kaum, wie ihr geschieht.

Sitzt sie doch in meinem Keller, seit Jahren allein, und tut Dienst, so gut es dort eben geht.

In den Regalen an der Wand, dort stehen sie, all die Worte. Doch sie sind grau.

Denn es ist so eine Sache mit den Worten. Erst, wenn sie sie in ihre Hand und in ihr Herz nimmt, erwachen sie, werden bunt und warm und schließen sich zusammen.

Du hast sie geweckt, meine kleine Poetin.

Sie dreht sich zu dir und als du sie anschaust und sie von dir gesehen wird, fließen all diese Worte in ihr Herz. Wie einen sanften, glitzernden Strom spürt sie sie, erinnert sich. Und da entfriert es, ihr Herz und du siehst es.

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